Mit der Umsetzung der EmpCo-Richtlinie steigen die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Davon betroffen sind auch Energieversorger, die ihre Produkte gegenüber Verbraucher*innen kommunizieren. Welche Auswirkungen dies auf die Energiebranche haben kann und welche Rolle Zertifizierungen künftig spielen, stand im Mittelpunkt unseres Webinars vom 29. Oktober 2026 mit rund 40 Teilnehmenden aus der Energiewirtschaft.
Wer die Veranstaltung verpasst hat oder Inhalte noch einmal nachsehen möchte, findet die Präsentation weiter unten auf dieser Seite.
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Warum die EmpCo für Energieversorger relevant ist
Die Anforderungen der EmpCo zielen darauf ab, Verbraucher*innen vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen zu schützen. Gerade für Energieversorger ist dies relevant: Begriffe und Aussagen rund um erneuerbare Energien gehören seit Jahren zur Kund*innenkommunikation. Künftig wird es umso wichtiger, diese Aussagen nachvollziehbar zu erläutern und mit belastbaren Nachweisen zu unterlegen.
Welche Rolle spielen Labels?
Mit der Umsetzung der EmpCo-Richtlinie sind auch die Anforderungen an Nachhaltigkeitslabels gestiegen. Nachhaltigkeitslabels dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie entweder staatlich geregelt sind oder auf einem Zertifizierungssystem beruhen. Zugleich werden die Anforderungen an Zertifizierungssysteme konkreter. Dazu gehören unter anderem:
- veröffentlichte und transparente Kriterien,
- Sanktionsmechanismen bei Verstößen sowie
- unabhängige Drittprüfungen.
Das Grüner Strom-Label und das Grünes Gas-Label erfüllen die Anforderungen der EmpCo an Nachhaltigkeitslabels. Beide Labels basieren auf veröffentlichten Kriterien, werden unabhängig geprüft und verfügen über ein etabliertes Zertifizierungssystem.
Für Energieversorger können das Grüner Strom- und Grünes Gas-Label dabei helfen,
- nachvollziehbare Nachweise bereitzustellen,
- Nachhaltigkeitsleistungen transparent darzustellen,
- Kund*innen Orientierung zu geben und
- sich von allgemeinen Nachhaltigkeitsversprechen abzugrenzen.
Gerade vor dem Hintergrund der EmpCo gewinnen unabhängige Zertifizierungssysteme als Grundlage für nachvollziehbare Nachhaltigkeitskommunikation weiter an Bedeutung.
Fünf Schritte für eine nachvollziehbare Kommunikation
Die EmpCo verbietet Nachhaltigkeitskommunikation nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass Aussagen nachvollziehbar und belegbar sind. Kurz gesagt: Weniger bewerten, mehr erklären. Folgende Leitfragen können Energieversorgern dabei helfen, ihre Kommunikation auf Nachvollziehbarkeit und Transparenz zu überprüfen:
- Ist die Aussage belegbar?
- Versteht man die Aussage sofort?
- Wo findet man den Beleg?
- Ist das Label korrekt eingebunden?
- Sind die Aussagen noch aktuell?
Zur praktischen Umsetzung empfiehlt es sich, die eigene Kommunikation systematisch zu überprüfen. Dazu gehören Umwelt-Claims auf Kommunikationsmaterialien, öffentlichen Dokumenten und in der Kommunikation mit Kund*innen. Auch Tarifnamen sollten kritisch geprüft sowie relevante Fachabteilungen frühzeitig eingebunden werden.
Fazit
Die EmpCo bringt nicht nur neue Regeln mit sich, sondern bietet insbesondere auch Chancen: Sie stärkt Transparenz und macht echte Wirkung sichtbarer. Davon profitieren glaubwürdige Anbieter, die mit nachweisbaren Leistungen zur Energiewende beitragen. Unabhängige Zertifizierungen wie das Grüner Strom-Label und das Grünes Gas-Label können dabei eine wichtige Kommunikationsgrundlage und Orientierung für Verbraucher*innen bieten.
Wer die Inhalte des Webinars vertiefen möchte, findet hier die Präsentation zum Download.
Präsentation zum Download
Die Präsentation des Webinars kann hier angesehen und heruntergeladen werden: Zur Präsentation (PDF)
Wichtiger Hinweis: Die Inhalte des Webinars dienen der allgemeinen Information und Sensibilisierung für Anforderungen an eine EmpCo-konforme Kommunikation im Zusammenhang mit dem Grüner Strom-Label. Es stellt keine Rechtsberatung dar und ersetzt keine individuelle rechtliche Prüfung. Die rechtliche Bewertung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen erfolgt stets im konkreten Einzelfall und unter Berücksichtigung des Gesamteindrucks. Die Verantwortung für eine EmpCo-konforme Kommunikation liegt bei der jeweils kommunizierenden Organisation. Die Inhalte basieren auf dem Stand Oktober 2026. Spätere rechtliche oder regulatorische Entwicklungen bleiben unberücksichtigt.






